Jeden Tag müssen sich Content Manager aufs Neue überlegen, welche Themen sie spielen können. Sinnvoll ist eine grundsätzliche Vorgabe von Überthemen, die im Regelfall in der zu Beginn erstellten Content Marketing Strategie festgelegt werden. So kann das Telekommunikationsunternehmen über digitalen Lifestyle schreiben und das Modeunternehmen über neue Modetrends. Wie kommt der Content Manager aber auf den aktuellen Inhalt, der zum digitalen Lifestyle oder zu Modetrends passt? Im Folgenden zeigt der Artikel auf, welche Methoden existieren, um Input für alltäglichen Content zu erhalten.

 

1)      Königsweg Listening-System für die Auffindung von Themen

Der beste aber auch kostenaufwändigste Weg besteht im Einsatz eines Listening- bzw. Monitoring-Systems. Dieses erfasst für die festgelegten Oberthemen wie zum Beispiel Modetrends, welche Themen in Echtzeit dazu besprochen. Dazu erfasst es Millionen Quellen im Netz und sammelt alle Fundstellen, die zum Thema auffindbar sind. Ich selber nutze diese Systeme auch dazu, um neue Themen rund um Content Marketing und Digitale Transformation zu analysieren. Das Listening-System wirft mir aus, auf welchen Quellen zu welchen Unterthemen gesprochen wird. Darüber hinaus kann ich analysieren, welche Themen in einer bestimmten Zeitspanne am viralsten sind, sich also am besten verbreiten. Diese Indikationen helfen dabei, den möglichen Inhalt für den nächsten Content Artikel zu bewerten. Noch bevor Themen durch die Decke schlagen, kann man auf Viralität setzen und – sofern es zu den Vorgaben der eigenen Content Strategie passt – selbst dazu Content erstellen.

 

2)      Das Kundengespräch als Informationsquelle für Content

Die Auswertung von Kundengesprächen – beispielsweise bei einem Messeauftritt oder beim Außendienst-Reporting – hilft dabei, Kundenprobleme zu erfassen und dazu Themen zu produzieren. Auch die Auswertung von Service-Anfragen hilft dabei, serviceorientierte Inhalte zu produzieren. Seit einigen Jahren setzt DELL mit dem Service-Blog Direct2Dell auf serviceorientierte Inhalte und konnte so die Servicekosten um 10% senken.

 

3)      Die Influencer-Liste

Eine Auflistung von Themen-Influencern ermöglicht Twitter mit der Twitter-Liste. So kann für jedes Thema eine Liste mit Twitter-Accounts erstellt werden. Durch Lesen der Tweets pro lLste erhält man einen Überblick über die Themen des Tages, die die Influencer zusammentragen. In Kombination mit einem Influencer-Analyse-Tool ist auch eine genaue Auswahl der richtigen Influencer möglich.

 

4)      Die tägliche Google-Suche

Das Mittel, dass die meisten mir bekannten Content Marketing Manager einsetzen, ist die Google-Suche. Hier wird täglich nach Neuigkeiten zu den festgelegten Themen recherchiert. Wer täglich Google für die gleiche Suche einsetzt, erkennt schnell, dass sich die Suchergebnisse nicht täglich unterscheiden.

 

5)      Google Alerts

Einen Schritt weiter gehen die Google Alerts. Hier lassen sich konkrete Keywords vorgeben und Google informiert per Email, wenn es neue Websites zum Keyword findet. Die Frequenz lässt sich ebenfalls einstellen. Allerdings werden nur die einzelnen Erwähnungen aufgelistet und im Gegensatz zum Listening-System nicht in irgendeiner Form aggregiert.

 

6)      RSS-Reader-Dashboards

RSS-Reader sind Tools, die Inhalte von anderen Webseiten „abholen“ und mit einem Reader – also einem „Lese-System“ aufbereiten. So kann man mehrere Online-Zeitungen und Blogs abonnieren und diese übersichtlich darstellen und konsumieren. Wichtig bei RSS Readern ist vor allem die richtige Auswahl der Quellen. Mit zunehmender Anzahl Quellen leidet dann aber die Übersichtlichkeit und es wird für den Leser schwierig, alles zu lesen. Feedly zählt zu den bekanntesten RSS Readern. In der Standard-Version ist dieser auch kostenlos nutzbar.

 

7)      Allgemeine Trends bei Google

Mit Google Trends zeigt Google die wichtigsten Trends des Tages. Diese können über einen längeren Zeitraum analysiert und mit anderen Themen gegenübergestellt werden. Problematisch ist dabei, dass hier Themen unabhängig vom durch die Strategie eingegrenzten Themengebieten gezeigt werden.

 

8)      Twitter Trends

Twitter und spezielle Dienste rund um die Twitter-Welt bieten die Möglichkeit, aus den Twitter-Beiträgen die wichtigsten Trends abzulesen. Diese sind sogar regional zuordbar. So kann man mit der Twitter Trendmap auch auf dem Globus von Kontinent zu Land und zu Region herunterscrollen um zu erkennen, welche Trends regional wo verortet sind.

 

9)      Brainstorming

Das gute alte Brainstorming möchte ich nicht vergessen. Auch diese Methode hilft dabei, schnell ein paar neue Themen zu finden. Allerdings ist unbedingt darauf zu achten, dass die Teilnehmer der Brainstorming-Runde auch in der Lage sind, sich in die Zielgruppe hineinzudenken. Soweit nur aus der Produktperspektive Themen entwickelt werden, bleibt das Content Marketing auf der Strecke.

 

Fazit

Nur das eigene Listening-System hilft nachhaltig dabei, für zuvor definierte Themen trendigen Content zu finden, den man weiter verwerten kann. Bei allen anderen Methoden bis auf das klassische Brainstorming ist die Analyse unabhängig von der Content-Strategie-Vorgabe und damit eher zufällig. Nur das Listening bietet eine nachhaltige Entscheidungsgrundlage für Content. Diese kann dann in Kombination mit einer Google Trend Analyse dabei helfen, ein tiefer gehendes Verständnis für das Thema zu schaffen.

Dieser Tipp war einer von 100 Tipps aus dem Buch „Content Marketing Management“ von Frank Mühlenbeck. Das Buch finden Sie auf Amazon und in 50 weiteren Online-Buch-Shops.

Buchcover Content Marketing Management
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Written by Frank Mühlenbeck

Eine zweistellige Zahl an Unternehmensgründungen in drei Ländern, acht eigene Bücher über Digitales Marketing und zahlreiche Beratungsprojekte bei mittelständischen und großen Firmen machen Mühlenbeck zu einem gefragten Referenten und Experten für digitale Geschäftsmodelle. Er begleitet Unternehmen in der Digitalen Transformation.

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