Häufig bekomme ich in meinen Seminaren die Frage gestellt, was die richtigen Social Media Kanäle für ein Unternehmen sind. Auf meine Gegenfrage, warum ein Unternehmen bereits einen Facebook Auftritt betreibt, habe ich sehr oft die gleiche Antwort erhalten: „Unsere Mitbewerber machen das auch!“

Das mag eine Indikation sein, ist aber keine hinreichende Grundlage für die Entscheidung, einen Facebook Auftritt zu betreiben. Der folgende Artikel soll Ihnen dabei helfen, die richtigen Kriterien kennenzulernen, die für oder gegen einen Social Media Kanal sprechen.

Bevor Sie sich über die richtigen Social Media Kanäle Gedanken machen, sollten Sie sich mit Ihrer Content Strategie beschäftigen. Lesen Sie dazu auch folgenden Artikel.xxx

Nachdem eine Content Strategie festgelegt wurde, stellt sich die Frage nach den dazu passenden Kanälen. Innerhalb der Content Strategie haben Sie sowohl Inhalte als auch die Zielgruppen festgelegt, die Sie erreichen möchten. Nun gilt es, die dazu passenden Kanäle zu finden. Zu Beginn steht aus diesem Grund eine Analyse an.

 

Die Social Media Kanal Analyse

Mit Hilfe von Social Media Monitoring Werkzeugen finden Sie heraus, auf welchen Social Media Kanälen über Ihre Themen gesprochen wird. Themen sind zum Beispiel Ihre Produkte, Ihre Marke, Ihr Unternehmen, aber auch Branchen-Themen. Sinnvoll ist auch ein Blick auf Ihre Mitbewerber. Die folgende Abbildung zeigt eine erste Einschätzung, wie sich die gefundenen Erwähnungen über die einzelnen Mediensegmente verteilen.

Social Media Monitoring Mediensegmente und Sentiment
Social Media Monitoring Mediensegmente und Sentiment

 

 

 

 

 

 

Die Abbildung zeigt auf der linken Seite beispielhaft, dass am stärksten auf dem Mediensegment der Microblogs gesprochen wird. Der bekannteste Microblog ist Twitter. Somit wäre eine klare Indikation, auf Twitter als erstes eine Präsenz aufzubauen, da auf diesem Medium bereits sehr aktiv kommuniziert wird. Natürlich lassen sich mit Monitoring Tools die Segmente weiter in konkrete Quellen zerlegen. Ebenso ist die Stimmung sowohl pro Einzelquelle als auch übergreifend messbar. Auf der rechten Seite der Abbildung sieht man die übergreifende Stimmung, die auch als Sentiment bezeichnet wird. Der Anteil positiver Erwähnungen überwiegt, die negativen Erwähnungen sind mit 2 Prozent stark unterrepräsentiert. Auch diese Einschätzung hilft bei der Entscheidungsfindung, ob und auf welchen Quellen man mit einer eigenen Präsenz aktiv werden sollte.

 

 

Die Konkurrenz-Analyse

Neben der Social Media Monitoring Analyse kann zusätzlich manuell geprüft werden, wie weit die Mitbewerber bereits auf den Kanälen aktiv sind. Zu diesem Zweck kann man auch professionelle Analyse-Tools einsetzen. Diese erheben neben Reichweitenzahlen wie Fans auf Facebook und Follower auf Twitter auch Interaktionsraten und Response-Quoten. Solche Kennzahlen lassen genauere Aussagen über die Aktivität der Mitbewerber zu.

 

 

Kosten und Nutzen

Bei einer Social Media Strategie sollte man sich immer fragen, wie hoch Aufwand und Nutzen sein werden. Das ist im ersten Schritt nicht einfach. Was soll der Facebook Kanal bringen, zumal man überall davor gewarnt wird, über Social Media Kanäle zu verkaufen. In der Tat ist das Abverkaufen von Produkten nur in seltenen Fällen zu Beginn realisierbar. Nichtsdestotrotz gibt es eine ganze Reihe anderer Erfolgskennzahlen, die unter dem Strich dem Unternehmen zugute kommen.

Nehmen wir als Beispiel den Kundenservice.

Soweit Sie bisher den Service über Telefon und Call-Center organisieren, können Sie diesen in Zukunft auch über Social Media Plattformen abbilden. Was in den ersten Monaten mehr Aufwand macht, kann sich mittelfristig rechnen. Eine Möglichkeit, von der immer mehr Unternehmen Gebrauch machen, ist die Integration von Kunden im Service. Unter dem Schlagwort „Kunden helfen Kunden“ werden eigene Kunden-Communities aufgebaut, die nach ein paar Monaten den klassischen Service entlasten. So erzielten Unternehmen mit hohem Service-Aufkommen nach einem Jahr eine Reduktion der Hotline-Kosten in Höhe von 10%. Ein anderes Unternehmen aus Deutschland wies nach, dass von 120.000 Kundenanfragen 80% von Kunden und nur 20% von Service-Mitarbeitern beantwortet wurde.

Solche Service-Communities lassen sich dann auch über mehrere Social Media Kanäle wie zum Beispiel Facebook integrieren.

Naheliegend ist auch der Vergleich der Mediakosten für die Erreichung von Zielgruppen. So kann es heute günstiger sein, die Kunden über gezielte Facebook-Kampagnen zu erreichen, als eine Werbung in einem Print-Magazin zu schalten.

Wenn Sie also Social Media Kanäle auswählen, prüfen Sie, welche Vorteile sich für das Kerngeschäft ergeben können oder welche Kosten/ Nutzenaspekte Sie erzielen können.

 

Fazit

 

  1. Wie so oft starten Sie bei der Auswahl der richtigen Social Media Kanäle immer mit einer Analyse. Setzen Sie ein Social Media Monitoring Tool ein, um herauszufinden, wo schon heute über Ihre Themen gesprochen wird.
  2. Analysieren Sie die Aktivitäten Ihrer Mitbewerber
  3. Prüfen Sie, welche unternehmensbezogenen messbaren Ziele Sie durch den Einsatz von Social Media Marketing erreichen können.

 

Hilfreich sind folgende Artikel: Finden Sie hier heraus, wie Sie das richtige Social Media Monitoring Tool für Ihr Unternehmen finden.

Im Zusammenhang mit Social Media Marketing empfehle ich gern unser Buch „Top 100 Social Media Marketing Strategie“.

Falls Sie Unterstützung bei Ihrer Social Media Strategie wünschen, nehmen Sie Kontakt mit mir auf.

 

Written by Frank Mühlenbeck

Eine zweistellige Zahl an Unternehmensgründungen in drei Ländern, acht eigene Bücher über Digitales Marketing und zahlreiche Beratungsprojekte bei mittelständischen und großen Firmen machen Mühlenbeck zu einem gefragten Referenten und Experten für digitale Geschäftsmodelle. Er begleitet Unternehmen in der Digitalen Transformation.

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